Eutonie Gerda Alexander®

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Körperwahrnehmung und Körpererfahrung als ein Weg zur Menschenbildung erkannt und entwickelt. Die Erkenntnis der Untrennbarkeit von Körper, Seele und Geist führte zu neuen, körperorientierten Methoden. Die methodischen und didaktischen Ansätze waren und sind so verschieden wie ihre Gründer, aber allen geht es um den Menschen und seine Potentiale. Die Anleitungen führen zu einem erweiterten Körperbewusstsein, der Körperbewusstheit: Der Mensch wird sich seiner selbst inne und erlebt sich in Beziehung zur Umwelt.

Bevor es allgemein üblich wurde, von der Ganzheit des Körpers zu sprechen, galt Gerda Alexanders Aufmerksamkeit der Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Funktionen unseres Organismus. Zu dieser Ganzheit gehörte für Gerda Alexander auch die Wechselwirkung zwischen der eigenen Leiblichkeit und der Umwelt. Jeder einzelne Mensch lebt in seinem persönlichen Beziehungsgeflecht, das wiederum eingebunden ist in das große Netz der Wechselwirkungen der ganzen Welt.  
Seinen Körper spüren heißt, sich selbst auf die Spur kommen.

Die Eutonie-Methode vermittelt Achtsamkeit sich selbst und der Umwelt gegenüber. Auf dieser Grundlage führt sie durch sinnlich erlebte Erfahrungen zu somatopsychischen Lernprozessen, die heilend wirken. Die modernen neurophysiologischen und biosozialen Erkenntnisse erklären die empirischen Erfahrungen von Gerda Alexander und bestätigen ihre Wirksamkeit und ihre Bedeutung für die menschliche Entwicklung.

„Eutonie ist ein westlicher Weg zur Erfahrung der körperlich-geistigen Einheit des Menschen. Nicht durch Versenkung, sondern durch Erweiterung des Bewusstseins werden schöpferische Kräfte im Individuum entfaltet und zugleich die soziale Kontaktfähigkeit aktiviert – ein Entwicklungsweg, der die Qualität der Persönlichkeit freilegt und ihr die Anpassung an das Leben in der Gemeinschaft ohne Verlust ihrer Eigenart ermöglicht.“ (Gerda Alexander, Eutonie, 1976)

Heute gehört die Eutonie Gerda Alexander zu den freien Gesundheitsberufen. Diese orientieren sich an den Ressourcen eines jeden Menschen mit dem Ziel, seine Gesundheitskompetenz und seine soziale Beziehungsfähigkeit zu fördern. Die Salutogenese mit der Frage „Wie entsteht Gesundheit?“ wird gegenüber der Pathogenese mit der Frage „Wie entsteht Krankheit?“ in Zukunft immer mehr an Bedeutung für unser Gesundheitswesen erhalten. Damit die Menschen ihre Ressourcen kennen und nutzen lernen, damit sie ihr Gesundheitspotential und ihre Fähigkeit zur Selbstverantwortung entwickeln können, brauchen sie eine geeignete Förderung. Weg und Ziel der Methode Eutonie Gerda Alexander ist heute so aktuell wie zur Zeit ihrer Gründung.